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Ergebnis 4.826 bis 4.843 von 4843

Thema: Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen? [Bewertung + Review]

  1. #4826
    Ex-Exphilosoph Avatar von Jovis
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    The Crying Game (Arthaus Bluray)

    Einer der Filme, die mich neu denken lehrten. Bis heute einer der beeindruckendsten Filme, die ich kenne und der dafür sorgte, dass ich jeden Neil Jordan-Film mit Respekt betrachte, obwohl längst nicht alle SO gut sind. Der Film stellt eine beträchtliche Anzahl an Weltbildern auf den Kopf, liebäugelt mit einer gewissen Zahl anderer und erweitert den Horizont bezüglich ganz vieler Dinge wie Liebe, Freundschaft, Gewalt, Ästhetik, Gut, Böse, Schönheit, Sexualität und mehr. Verrückt ist, dass der Film das völlig nebenbei erledigt. Nichts davon ist wirklich das erklärte Thema des Films. Die Art, wie hier der Kopf des Zuschauers angeregt wird, ist wirklich meisterlich und höchst selten. DAS ist Filmkunst. Definitiv ein Film, den man gesehen haben muss und der meiner Ansicht nach auch inspiriert ist von der 4 Jahre früher entstandenen, zu Recht legendären Batman-Story "The Killing Joke" von Alan Moore. So wie der Witz mit der Taschenlampe ist nämlich auch der mit dem Frosch und dem Skorpion.

    Fazit: Watch Order! Muss man kennen.
    Geändert von Jovis (29.06.2024 um 19:49 Uhr)
    Art is a naked dream for consciousness.

    [QUOTE=Largo Beutlin;5890050]Im Gegensatz zu dir fördere ich das Comicwesen durch den Ankauf vieler Neuerscheinungen.[/QUOTE]

  2. #4827
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    Zitat Zitat von Jovis Beitrag anzeigen
    The Crying Game (Arthaus Bluray)

    Einer der Filme, die mich neu denken lehrten. Bis heute einer der beeindruckendsten Filme, die ich kenne und der dafür sorgte, dass ich jeden Neil Jordan-Film mit Respekt betrachte, obwohl längst nicht alle SO gut sind. Der Film stellt eine beträchtliche Anzahl an Weltbildern auf den Kopf, liebäugelt mit einer gewissen Zahl anderer und erweitert den Horizont bezüglich ganz vieler Dinge wie Liebe, Freundschaft, Gewalt, Ästhetik, Gut, Böse, Schönheit, Sexualität und mehr. Verrückt ist, dass der Film das völlig nebenbei erledigt. Nichts davon ist wirklich das erklärte Thema des Films.
    Hier kann ich völlig zustimmen. Wobei Jordan einige mittelmäßige, aber doch auch noch einige andere sehr gute Filme gemacht hat.

  3. #4828
    Ex-Exphilosoph Avatar von Jovis
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    Wobei es manchmal auch Stimmungssache ist. Zeit der Wölfe zum Beispiel kann ich bestimmt manchmal nach 5 Minuten gelangweilt wieder ausmachen und ihn später begeistert zelebrieren. Auf Michael Collins Lust zu haben, passiert mir auch eher nie, obwohl es schon ein guter Film ist. Aber er hat das Kunststück fertig gebracht, Anne Rice zu verfilmen, deren Bücher ich über alles liebe und schon vorher kannte, und mich damit völlig zu begeistern. Interview ist einer meiner - vielen! - Lieblingsfilme, obwohl er die Buchvorlage nicht ersetzen kann.
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  4. #4829
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    Sehr langweilig fand ich neulich seinen "Marlowe"-Film. Aber das gehört glaube ich zum Genre Film Noir fast zwangsläufig dazu, dass die Story irgendwie langweilig und noch dazu unverständlich ist.

  5. #4830
    Ex-Exphilosoph Avatar von Jovis
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    Das ist schade. Ich kann gut auf Marlowe und Spade, wobei ich bei neueren Filmen dieser Art immer Angst habe, das die das Genre als Tristesse interpretieren, nicht als cool. Und dann wird's leider schnell langweilig. Zum Glück hab ich ja Bogart im Regal stehen. Und die Karos. Aber wenn ich an "Marlowe" mal vorbeikomme, gucke ich bestimmt mal rein.
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  6. #4831
    Ex-Exphilosoph Avatar von Jovis
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    Das Indische Grabmal (die Joe May Version von 1921 in 2 Teilen. Insgesamt 243 Minuten)

    Diese Version habe ich erst bei Veröffentlichung der BluRay kennengelernt und sie hat einiges, was sie zur besten Version erklären könnte. Sie ist die spirituellste, esoterischste und magischste Fassung. Sie strahlt so große Fremdheit aus, dass es einen sehr guten SF-Film bräuchte, das zu toppen. Aber das Interessante ist, dass alle drei Fassungen so total verschieden sind. Sie sind alle großartig und alle haben etwas, was sie zur besten Fassung machen könnte. An der 1938er Version liebe ich den ausgedehnten Teil in Europa. Die Fritz Lang-Fassung von 1958 ist die beseelteste Version und strahlt am meisten Versöhnlichkeit und Vergebung aus, gerade in Bezug auf den Maharadscha, der in der 1921er Fassung am Dämonischsten rüberkommt.. Außerdem hat die Fritz Lang-Version diese geilen Tunnel und die Lepra-Höhle.

    Man kann sich sich alle drei Versionen an einem verregneten Wochenende hintereinander angucken, ohne sich zu langweilen. Alle Personen werden in allen Versionen völlig unterschiedlich durch die Filme manövriert. Und nur in der Fritz Lang-Version ist der Architekt auch der Geliebte der Rani. Und man schaue sich nur mal Ramigani an. In der 21er Fassung ist der Mann etwas völlig anderes als in der Fritz Lang-Version. Bei Joe May ist der praktisch ein Überwesen. Nicht zu vergessen basieren dennoch alle Fassungen erkennbar auf dem Roman von Langs Frau Thea von Harbou. Den ich nie gelesen habe. Wer weiß, was da noch alles drinsteckt.

    Zurück zur Joe May-Version: sie ist die längste, die elegischste und die meditativste Fassung, was natürlich auch damit zu tun hat, dass es ein Stummfilm ist. Aber sie ist auch irgendwie die genialste Fassung. Die beiden anderen sind Kinder ihrer Zeit. Man kriegt was man sich wünscht. Klassisches Abenteuer. Und durchaus geprägt von ihrer Entstehungszeit einmal vor und einmal nach dem WWII. Eskapismus in Reinkultur. Die 21er Version ist nicht so einfach konsumierbar. Sie fordert den Zuschauer, sie lässt uns schaudern und rätseln. Was ist wörtlich zu verstehen? Was ist Poesie? Was ist Schein oder Wirklichkeit? Ich glaube schon, dass mir diese Version am Besten gefällt. Sie hat nicht den unsäglichen Klamauk von Lingens Theo und Schlüters Gisela und ihr fehlt auch der Glaube an das Gute, der den Fritz Lang-Film so traurig macht. Auch visuell ist er der pure Wahnsinn, wo Fritz Lang nicht aufhört, uns die Schönheit der Welt zu zeigen. Ich muss aber zugeben, dass DA der Punkt an Fritz Lang geht. Ich guck mir gerne was Schönes an. Bei Joe May liegt das Schöne im Stil der Bilder. Bei Fritz Lang ist die Welt an sich schön. Zumindest Indien. Langs Version ist getränkt in der Liebe zu Indien. Eskapismus für Europäer. Und ich liebe ja Eskapismus.
    Geändert von Jovis (30.06.2024 um 16:16 Uhr)
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  7. #4832
    Mitglied Avatar von franque
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    Das Stundenhotel von St. Pauli, BRD 1970, Regie: Rolf Olsen


    "Scheiße im Trompetenrohr!" (Kommissar Canisius/Curd Jürgens)

    "Französische Champagner wir nicht haben im Haus." - "Von mir aus Cognac. Ist ja egal, wovon man kotzt." -
    "Ein widerlicher Kunde. Bloß gut, dass der schon so voll ist und gar nicht mehr richtig kann. Brauchst nichts mehr zu bringen, der macht sowieso gleich nen Heiermann."

    - Corny Collins nackt (mit Slip) -

    "Also ich kann das immer noch nicht so richtig verstehen, obwohl ich schon 5 Jahre in diesem Nuttenstall bin. Ein widerliches Pack ist das." - "Wer, die ******?"* -
    "Ach, die Schwulen. Auf 23 sind schon wieder zwei. Sieht man denen schon kilometerweit an." (Putzfrau Rose Schuh/Brigitte Mira)

    "Dann könnten gnädige Frau ja immer zu mir kommen, wenn die Muschi brummt." (Ulli Kinalzik)

    - Andrea Rau nackt (mit alarmierender Frisur) -

    "Das würdest du fertig kriegen?" - "Ohne mit dem Schwanz zu zucken!" -
    "Leck mich doch am Arsch, du miese Tucke!"


    *dasselbe wie "Nuttenstall", nur ohne Stall (automatische Zensur erfolgte)

  8. #4833
    Ex-Exphilosoph Avatar von Jovis
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    Ich kann mich an das Cover erinnern aus meinen Jahren, wo ich in der Videothek gearbeitet habe. Ich fänd' nett, wenn du mal kurz einen Satz jeweils dazu tun würdest, ob es dir gefiel. Ich könnte mir sowas auch immer mal angucken, aber es kann eben auch sehr vertane Zeit sein, trotz Dutzender zitierfreudiger (aber eben auch peinlicher) Passagen.
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  9. #4834
    Mitglied Avatar von franque
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    Das ist meine Rezi, ist aussagekräftig genug, finde ich, im Guten wie im Schlechten. Ist eben typisch sleaziges deutsches Crime-Exploitation-Gedöns mit zur Erheiterung beitragenden dummen Sprüchen, hier noch mit leichtem Generationenkonflikt-Touch à la Vohrers PERRAK, der aber alsbald fallen gelassen wird. Ansonsten eben der Olsen/oder auch Hofbauer-übliche Multicharakter- und Multi-Plotline-Kuddelmuddel mit x Bekannten im Cast und einerseits den dt. Spießer bestätigenden als andererseits auch provozierenden Komponenten.

    Gibt es offenbar nicht digitalisiert, aber wenigstens auf Prime Video, leider aber eben nicht in Top-Qualität.

    Siehe auch dazu eine "richtige" Rezi von Oliver Nöding (SI etc.):
    https://funkhundd.wordpress.com/2015...tschland-1970/


    Meine besondere Empfehlung in diesem Subgenre (von dem ich vieles Einschlägige noch nicht kenne) ist Hofbauers HEISSES PFLASTER KÖLN (1967, auch auf Prime Video) über nichts Geringeres als die legendären Tätigkeiten des Dummse Tünn!
    Geändert von franque (01.07.2024 um 10:16 Uhr)

  10. #4835
    Ex-Exphilosoph Avatar von Jovis
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    Ghostbusters - Answer The Call (Bluray mit Extended und Kinoversion und die SFX springen aus dem Bild über die schwarzen Balken oben und unten! )

    Ich bin ja wohl der einzige, aber ich finde den Film ganz, ganz großartig! Das ist Remake, Hommage, Parodie und Upgrade. Das ist die Version des neuen Jahrtausends. Seien wir ehrlich: der gesamte Text, der in 1 und 2 mindestens Bill Murray ins Maul geschrieben wurde, war schon damals Müll, größtenteils dumm sexistisch auch noch, da brauchte Ripley gar nicht groß zu schauspielern beim mit dem Kopf schütteln. Mit dem unerträglichen Maß an Amerikanismus in Teil 1 und 2 wurden die Ghostbusters unantastbar, aber wir alle wissen es doch besser, oder? Das war größtenteils ganz schrecklich, wurde aber ein großer Spaß, weil bestimmte Teile dann doch ziemlich gut waren. Die Situationskomik war ziemlich gut, Ripley als Torwächter und der Schlonz als Schlüsselmeister und das ganze Weltuntergangsdingens. Der Marshmallow Man war aber damals schon unsäglich und wurde ja wohl in Answer The Call deutlich verbessert, bzw. endlich gruselig. Dieser Teil ist einfach die superlustige Antwort auf ein zu mindestens 50% sehr fragwürdiges, unsäglich überhyptes Filmduett. Ghostbusters 1 und 2 habe ich auch 20x gesehen, aber diese Filme 'richtig gut' finden... da kann man gleich Oscars an Beverly Hills Cop geben. Answer The Call ist der Ghostbusters Teil, der für mich gemacht wurde. Vielen Dank. Der ist reflektiert lustig. Und nur ganz am Ende mal ganz kurz unerträglich amerikanisch.

    Geguckt habe ich den jetzt nochmal mit 1 und 2, weil der neueste Teil bei mir auf dem Tisch liegt. Ich bin gespannt. Als nächstes gucke ich Legacy, der ja wieder unheimlich für toll befunden wurde und den ich damals nach Kauf nach 15 Minuten ausgeschaltet habe wegen Unheimlich Langweilig. Vielleicht bin ich ja jetzt aufgeschlossener. Und dann freue ich mich jetzt schon auf Frozen Empire. Ich habe aber den Verdacht, dass Answer The Call mein Lieblingsteil bleibt und dass das meinem Ruf nicht unbedingt zuträglich ist.

    Ghostbusters: Legacy (Bluray, eigentlich heißt der Ghostbusters: Afterlife)

    Damn, meine Entscheidung vor 2,5 Jahren, den Film nach 10 Minuten auszumachen, war definitiv eine bessere, als die von heute, ihn mir ganz anzugucken. Was für eine Träne. Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad. Motorrad. Motorrad. Wie konnte das passieren, dass der Film so gute Reviews bekommen hat? Der US-Film ist noch toter als tot und als ich eh schon gedacht habe. Meine Güte, hab ich mich gerade gelangweilt.
    Geändert von Jovis (03.07.2024 um 15:55 Uhr)
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  11. #4836
    Vielserienschauer Avatar von Filmfreak
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    Boone: Der Kopfgeldjäger

    Es ist ruhig und auf der Straße nichts los (die Kamera fängt das Szenario von weitem ein), da geht einer zu seinem Wagen, bemerkt etwas und rennt los. Wie der Teufel. Dieser Jemand ist Kevin Sorbo. Der sich hier selbst spielt. Er hat sich was zu Schulden kommen lassen und gibt nun Fersengeld. Angst muß Kevin definitiv haben, denn Boone ist hinter ihm her – und mit ihm eine Fernsehkamera, die alles aufnimmt. Es beginnt auf der Straße, geht über Häuser und sogar durch sie hindurch. Boone ist erfolgreich, hinterläßt aber auch Chaos.

    Boone ist nicht nur Kopfgeldjäger, er ist ebenso Draufgänger, der in seiner eigenen TV-Show Kautionsflüchtige aufspürt und auf unvergleichliche Art und Weise fängt. Dessen Team ist nicht weniger cool. Cool auch, was später noch so abgeht, er braucht dringend spektakuläre Fälle, schließlich soll die Serie – man glaubt es nicht – abgesetzt werden. Allein wegen Kevin Sorbo (und die ganzen Hercules-Anspielungen während der herrlichen Hatz) sowie Erika Eleniak (wegen ihr hab ich seinerzeit meinen allerersten Playboy gekauft) lohnt es sich schon.

    Beide sind nicht gerade erfreut darüber, das sie aufgrund von ein paar unbezahlter Strafzettel zu Verbrechern stilisiert werden. Als er da so hinter unserem Hercules her war, mit nacktem, muskulösem Oberkörper, langen Haaren und athletischen Einlagen, da meinte ich zu mir selbst, das er wie ein Wrestler rüberkommt (er ist tatsächlich einer). Die Verfolgungsjagd war sehr unterhaltsam und spaßig und ein gelungener Einstieg. Boones Lieblingsspruch lautet: „Du wurdest geboont“. Eigentlich ist das sein Markenzeichen. Keine Verhaftung ohne den Spruch. Den selbst ich so cool fand, das er mir in Fleisch und Blut überging. Hat sich nach dem Film regelrecht bei mir eingebrannt ^^ Dies zeigt nur die Power des Films.


    8/10
    Geändert von Filmfreak (05.07.2024 um 09:15 Uhr)

  12. #4837
    Ex-Exphilosoph Avatar von Jovis
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    Reds (gedreht 1981, 195 Minuten von und mit Warren Beatty, aber auch Diane Keaton, Jack Nicholson, Gene Hackman, dem Herbergsvater von Alf und dem (Groß)Vater der Gilmore Girls und ganz vielen anderen)

    Wow! Was für ein toller und interessanter Film. Den ich heute zum allerersten Mal gesehen habe, obwohl ich seit 40 Jahren weiß, dass es ihn gibt und ich Filme von dieser Kragenweite normalerweise mir nicht entgehen lasse. Aber das ist Teil dessen, was es über den Film zu sagen gibt. Warum eigentlich ist dieser Film nahezu vergessen, statt seinen Platz an der Seite von "Doktor Schiwago" und "Sand Pebbles" einzunehmen? Er erzählt die Geschichte des einzigen US-Amerikaners, der im Kreml begraben liegt. Aber tut er das wirklich? Erzählt der Film uns das, was er vorgibt zu erzählen? Ich muss gestehen, dass ich über die Authentizität dessen, was ich gerade gesehen habe, keinerlei Urteil mir erlauben kann. Ich vermute aber mal ganz stark, dass der Film viel mehr über die 70er Jahre sagt, als über die 1910er. Die Gespräche zwischen Beatty und Keaton passen besser in einen frühen Woody Allen-Film, als in den ersten Weltkrieg. Auch habe ich vorab die Kritik gelesen, dass die Beziehung zwischen den beiden sich im Film zu sehr in den Vordergrund drängt und das politische Geschehen dagegen nicht ankommt. Das kann ich verstehen, aber das ist zugleich das, was mich so fasziniert hat (aber unweigerlich Zeugnis der 70er Jahre ist!). Der Mikrokosmos der Zweierbeziehung ist ein Teil dieser Welt und bestimmt sie in demselben Maß wie ein Weltkrieg. Monogamie, Patriarchat, Geschlechterkampf und Sexualität sind ebenso Stützen unserer Welt wie Krieg, Hunger, Machtgefälle. Ja, es klingt tatsächlich ein wenig nach Woody Allen, aber Woody Allen ist ein Kind der 70er.

    Die Bilder, mit dem Warren Beatty hier seine Geschichte erzählt, sind großartig! Die erste Stunde lässt uns in geschlossenen Räumen warm werden mit den Gesprächen unserer Polit-Hippies, doch dann geht es per Zug nach Moskau und man findet sich endlich in einem bildgewaltigen 3,5-Stunden Epos wieder, nur um zu erleben, dass die Welt immer noch aus Mikro- und Makrokosmos besteht und damit auch die kammerspielartigen Sequenzen nicht ganz hinter sich lässt.

    Ein intellektuelles Vergnügen höchster Güte. Aber nicht meine Eingangsworte vergessen: dies ist wahrscheinlich kein authentisches Zeugnis der Ereignisse der 1910er Jahre. Aber es ist ein Zeugnis von Sichtweisen der 70er, die heute wieder unsere Wahlergebnisse bestimmen (jedenfalls hier in Europa)! Der Film könnte aktueller gar nicht sein! Es gibt dort keine einzige Szene, die den 1. Weltkrieg beschreibt. Aber es wird ausgiebig bezeugt, vor welchen thematischen Konflikten er betrieben wird. Und das ist wirklich genial, aus heutiger Sicht mehr denn je. Ich bin beeindruckt.
    Geändert von Jovis (06.07.2024 um 19:57 Uhr)
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  13. #4838
    Ex-Exphilosoph Avatar von Jovis
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    Henry & June (Fred Ward, Uma Thurman, unter Mitwirkung von Brigitte Lahaie. Film von Philip Kaufman von 1990. Bluray)

    Meine erste große Liebe und ich... wir haben all unser Tun permanent besprochen, hinterfragt und analysiert. Und dieser Film war konsequenterweise "unser Film". ("Unser" zweiter Film war "Salz auf unserer Haut", bei dem ich dann aber leider schon nicht mehr so gut weg kam, weil d'Onofrio eben am Ende nur als der tumbe, geistig nicht besonders flexible Romantiker im Raum stand. Der unersättliche Henry Miller war da schon eher eine Zier für mein Selbstbild. ) Philip Kaufman jedenfalls war ein sagenhafter Regisseur in jener Zeit, der unglaublich unterschiedliche Filme machte, die alle unglaublich gut waren. Und dieser hier ist wahrlich ein Fest. Der Humor ist feinsinnig bis exzellent, Uma Thurman (mit der meine große Liebe sich völlig zu Recht in ihrer ganzen Tragik - und Schönheit - identifizierte, sie hätte ein Buch über June und sich selbst schreiben können) ist atemberaubend und Anais Nin ist eben... nun ja, eine gefährliche Frau. Andere mögen es umgekehrt sehen. Die Tragik, eine außergewöhnliche Persönlichkeit zu sein, die nur darauf wartet, austauschbar zu werden, zu altern und eine von vielen zu sein, DAS als bittere Wahrheit des Lebens wurde nie wieder so schön eingefangen. Während Henry und Anais mit Augen zu und durch wilden Sex haben, nimmt June ihr tragisches Schicksal vorweg. Was nicht zuletzt daran liegt, dass "Henry Schönheit einfach nicht zu beschreiben" vermag.

    Ein großartiger Film. Sehr verwandt mit Kaufmans "Unerträglicher Leichtigkeit". Jedoch war die "Innere Welt" dort eine Art Krankheit. In "Henry & June" ist sie die Wahrheit der "Äußeren Welt". Und da war ich immer schon mehr zu Hause. "Die "Schöne Welt" ist in unseren Köpfen. Sie ist das Utopische Element, zu dem Eco die Kunst verpflichtet.
    Geändert von Jovis (07.07.2024 um 09:24 Uhr)
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  14. #4839
    Mitglied Avatar von joe ker
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    Immer wenn ich Kaufman lese bin ich bei Troma
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  15. #4840
    Ex-Exphilosoph Avatar von Jovis
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    Huiii, DA hab ich ja überhaupt nur mal reingeläuert. Bzw. mich mal informiert ohne davon was zu gucken. Ich glaub, den ersten Toxic Avenger habe ich gesehen und irgendeinen anderen, aber doch leider nur vereinzelt mal spaßige Momente gehabt. So was wäre heute vielleicht mal ganz witzig, aber die 80er hatten eh schon Trash bis zum Abwinken. Ich war auch nicht so der Ranxerox-Anhänger. Weiter als bis Corben bin ich in dieses Feld nicht eingedrungen und auch Corben habe ich nur vereinzelt gut gefunden.
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  16. #4841
    Mitglied Avatar von frank1960
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    "Kaufman. Kaufman! KAUFMAN!" Die verzweifelte Suche von Richard Sherman nach KaufmansTelefonnummer, um das Mädel in seine Wohnung zu einem Stelldichein beim Wein* einzuladen. Das hat nix mit Philip zu tun, dessen Wanderers zu meinen absoluten Lieblingen gehören. Bei Trash gibt's nichts zum Abwinken. Nur Kopfschütteln. Bangt die Hirne in eurer Birne.

    *Jedenfalls irgendwas alkoholisches
    Ach wär Ich doch ein Junge noch wie einst
    Mit Bastei-Gruß,
    Euer Frank

    Ganz neu: Jetzt auch mit Lehning-Gruß!


    Und alles mit Maschinenschrift und in Bunt!




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  17. #4842
    Mitglied Avatar von joe ker
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    Tokyo Gore Police von Yoshihiro Nishimura

    Wahrlich nicht jedermanns Sache aber für mich immer noch der beste und abwechslungsreichste Vertreter dieser Splatter-Blutfontänen-Japano Movies. Wenn man nur einen Film dieser Art sehen möchte, nehmt diesen. Der Ideenreichtum sucht seinesgleichen und TGP bietet dabei sogar noch etwas Story. Der Fun Anteil ist eher niedrig angesiedelt und so verkommt das Ding nicht zu dem üblichen Japano-Overacting, wenngleich solche Werke ohne gar nicht vorstellbar sind.

    In naher Zukunft: Ruka ist Polizistin bei der inzwischen privatisierten Tokyoer Polizei. Gefahr kommt von den sog. Engineers, Menschen deren Wunden zu Waffen werden und gleichzeitig möchte Ruka den Tod ihres Vaters aufklären. Ist schon ne Story, oder?

    Schon nach knapp 2 Minuten gibt es Kettensägen ins Gesicht und meterhohe Blutfontänen. Dazu ein treibender Soundtrack der richtig gelungen ist.
    Nice auch die eingestreuten Werbeclips, zB über bunte poppige Ritzermesser um sich voll cool selbst zuverletzen oder warum Harakiri ein Verbrechen ist. Dazwischen Frauen mit Krokodilmaul Unterleiben oder Männer mit monströse Peniskanonen. Wie gesagt für Abwechslung ist gesorgt und der Schauwert überdurchschnittlich
    Ähnlich gelagerte Filme gibt es ja inzwischen wie Sand am Meer aber der hier sticht mMn schon etwas heraus. Und TGP hat auch noch die süße Eihi Shiina, die schon in Audition zu begeistern wußte.
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  18. #4843
    Ex-Exphilosoph Avatar von Jovis
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    In den letzten 10 Tagen habe ich 5 Filme von Edgar Wright nochmal gesehen.

    Hot Fuzz - hat meiner Ansicht nach die höchste Wiederholungsattraktivität, obwohl er andererseits aus der Trilogie als der Schwächste gilt.
    Shaun Of The Dead - damit fing alles an und es ist immer noch ein ganz großer unter den kleinen Genre-Parodien. Der einzige aus der Reihe, der ohne Ex-Bond daherkommt. Oder hab ich was übersehen?
    The World's End - eigentlich der Top-Titel der Trilogie und doch habe ich mich dieses Mal ab der Mitte etwas gelangweilt gefühlt. Das Ende ist aber einfach geil.

    Und dann:

    Baby Driver - ich finde den völlig überschätzt und er ist meiner Ansicht nach die Kompassnadel, die Richtung Running Man weist. Das ist - und wird womöglich - bloßes Bedienen von Genrekino. Es macht Spaß ihn zu gucken, aber man wird nicht so Recht belohnt und man fühlt sich irgendwie die ganze Zeit nicht wohl. Letzteres liegt womöglich an Kevin Spacey. Die missbräuchliche Beziehung zwischen ihm und Baby verweist einfach zu sehr auf Spaceys derzeitigen Ruf im Biz. Ersteres aber liegt daran, dass der Film durch die Bank einerseits altvertraut daher kommt (Driver, Transporter, Drive etc.), dann aber ganz faszinierende Entwicklungsmöglichkeiten andeutet, am Ende aber lediglich übliche Klischees bedient hat. Genial immerhin ist es, dass mindestens einmal bei Ausfall des Walkmans der Tinitus zu hören ist, der den Hauptdarsteller zwingt, immer Musik zu hören. Großartige Idee.
    Last Night In Soho - einer meiner erschreckend wenigen Lieblingsfilme der letzten Jahre und auch gerade beim wiederholten Gucken gewinnt der Film an Schlüssigkeit und Faszination. Die Antworten auf gewisse Fragen (zum Beispiel: wer war Terence Stamp wirklich?) werden in einzelnen Rückblick-Bildern beantwortet. Man sollte ganz schön aufpassen hier. Die Auflösung ist ein Geniestreich und die Rolle von Emma Peel als ihre letzte ist ein geradezu monumentales Abschiedsgeschenk an uns und an sie selbst. Genial. Was für eine tolle Geschichte! Nach der qualitativ herausragenden Blood-And-Icecream-Trilogie war so ein Film die konsequente Fortführung, die Baby Driver zum Ausrutscher degradiert. Ich hoffe auf mehr davon.

    Jetzt müssen wir aber erst mal gucken, wie sich Edgar Wright beim Running Man Remake schlägt. Meiner Ansicht nach ist die Regie-Besetzung dieses Films eine Todesfalle für talentierte und innovative Regisseure, mit der man sie in die Hollywood-Schiene zu locken versucht um für immer in der Fabrik für Massenmüll zu versauern. Es wird spannend.
    Geändert von Jovis (Gestern um 10:28 Uhr)
    Art is a naked dream for consciousness.

    [QUOTE=Largo Beutlin;5890050]Im Gegensatz zu dir fördere ich das Comicwesen durch den Ankauf vieler Neuerscheinungen.[/QUOTE]

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